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Prost, Aptamil-Forscher!

Ihr betreibt nun seit 30 Jahren Forschung rund um die leckere Muttermilch. Neuerdings behauptet Ihr in einem Eurer Fernseh-Spots „nach 30 Jahren Forschung“ endlich herausgefunden zu haben „das Muttermilch von Anfang an das beste“ für unsere Kinder sei. Mittlerweile klingt Ihr auch so, als wäret Ihr euch dabei ziemlich sicher.

Für dieses überraschende Forschungsergebnis möchte ich Euch herzlich danken. Kaum auszudenken was passieren würde, hielte man sich nicht an Euren Ratschlag. Ich persönlich würde ja die putzigen Neuankömmlige mit heißem Fett oder nahrhaftem Bier mesten. Oder Kinderschokolade. Das Kind auf der Verpackung sieht nämlich richtig proper aus. Das Zeug schadet bestimmt nicht. Und Kindermilch ist ja auch drin.

Vor lauter Dankbarkeit habe ich neue Forschungsaufgaben für Sie:

– „Hilft atmen Säuglinge beim Start ins Leben?“
– „Stinken Babyfürze?“
– „Müssen diese drolligen Neumenschen wirklich so dick sein?“
– „Ist das Konzept der Nabelschnur nicht längst überholt?“

Und, bitte berücksichtigen, weil super spannend: „Schadet Muttermilch Hirne erwachsener Forscher?“

In freudiger Erwartung der nächsten Forschungsergebnisse: Prost!

‚Ne Kippe?

„Nein danke!“, antwortet der selbstbewusste Nichtraucher. Und obwohl Frank Wisbar bereits 1959 völlig nachvollziehbar fragte „Hunde wollt Ihr ewig leben?“, hat der Gesetzgeber recht damit, wenn er die TV-Werbung in Sachen „Zigarettenkonsum“ deutschgerecht verbietet und diesen elenden wie unbelehrbaren Suchtnasen, die sich nicht von Warnhinweisen und Ermahnungen zur Vernunft bringen lassen, zur Strafe das Geld aus den vergilbten Fingern friemelt. Quid pro quo.

Der Gesetzgeber ist aber noch schlauer und – unter uns gesagt – beneidenswert weise: Er hat nämlich, im Kino, die Zigarettenwerbung verfolgt und sah die erschreckende Zukunftsvision der zugequalmten Tabakindustrie: Lustvolle, aber leider grenzdebile, Hobbyqualmer mit ungenierter Swingerattitüde horten tausende Zigarettenpackungen im Schrank und schrauben sich gemütlich und ohne einen Grund dafür zu wissen, mit 10 bis 20 tüddeligen Freunden in geselliger Runde, Packungsweise Qualitätsglimmstengel in die Lunge, dass es bereits beim passiven Zugucken Lungenkrebs geben muss. Gruselig.

Bin mal kurz vor der Tür….

Unityblödia.

Unitymedia wirbt neuerdings mit den Schlagworten „Wowload“, anstatt Download, und „Gernsehen“, anstelle von „Fernsehen“. Was wohl lustig, clever und irgendwie – zielgruppen gerecht – Hipp klingen soll, ist letztendlich und lediglich der geballte Unfug der heutigen Werbeindustrie, die Ihren Kunden ebenfalls erfolgreich hirnrissige Sprüche wie „Geiz ist geil!“, „Ich bin doch nicht Blöd“ und „Millionen fangen an!“ aufschwatzt und dadurch Millionenumsätze feiert.

Ich persönlich stelle mir diese Werbefachleute ja so vor, wie diese schmierigen Vertriebstypen. Die die eigenen Produkte bestenfalls mangelhaft kennen, aber ein extrem gesteigertes Interesse darin haben davon zu reden, als seien sie damit der Lösung aller Probleme auf dieser Welt entscheidend näher gekommen.

So ist es heutzutage kaum ein wunder, dass so viele vom Web 2.0 reden, und glaubhaft vermitteln den Release der dritten Version kaum noch erwarten zu können. Hierin, also in der Erwartung das noch etwas viel besseres kommen muss, sind wir uns einig. Ich stimme jedenfalls zu. Das gilt für die Werbung, wie auch für diese, aus gleichem Genmaterial erschaffenen, Vertriebsdrohnen.