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Willkommen in der Ödnis.

Es passiert nichts. Gar nichts. Das Wetter pendelt sich Jahreszeitgemäß ein, ein paar rechte Vollspacken werden endlich Hops genommen, die gewöhnliche Schockreaktion der bürgerlichen Mitte tritt gewohnt schockiert ein, und der DAX flirtet aufgeregt mit der 6000ner Marke. Mittendrin sagt Berlusconi „‚tschüss ihr Idioten“, nicht ohne ein „mich seit ihr noch lange nicht los“ hinterher zu werfen. Die Griechen machen das, was Griechen heutzutage so machen, und wenn irgendwo „hausgemachtes Tiramisu“ angepriesen wird, kann es immer noch „Haben wir selbst geöffnet und auf den Teller gelegt“ bedeuten. Was soll man denn da schreiben? Obwohl…

Als ich letztens bei der routinemäßigen Augenuntersuchung ein ärztliches „Och ja, eigentlich alles super. Lesen Sie viel?“ bekam, und mich natürlich umgehend selbst befragte ob ich tatsächlich so dämlich aussehe, wie ich mich fühle, später dann bei einer Diskussion, nur aus Prinzip und klassisch grundlos, eine haltlose und grandios fehlinformierte, Gegenposition einnahm, mich dann anschließend eine Mischung aus Scham und wonnige destruktiver Wärme empfing, kam mir in den Sinn:

Bald ist Weihnachten! Ist das was? Genau! Finde ich auch.

Hey Katholiken!

Dem Anlass des ersten Advents und der neuerlichen Katastrophe der, mehr oder weniger, offenen Erlaubnis des Gebrauchs von Kondomen, folgend möchte dieser Autor hier diesen geweihten Raum nutzen um mal der katholischen Gemeinde unter den Lesern dieses Weblogs eine Mitteilung unter die Großhirnrinde zu schieben.

Das ist jedoch nicht leicht. Denn gibt man beispielsweise bei Wikipedia den Begriff „Katholiken“ ein, dann antwortet das versnobte Portal sofort mit einer pingeligen Gegenfrage welche katholische Sippe man eigentlich genau meine.. Wählt man aus Verzweiflung die römisch-katholische Kirche heißt einen die Fratze des Ratzingers herzlich willkommen. Ja genau. Diese katholische Bande, der monotheistische Ku-Klux-Klan, dieser Weltenzerstörer, diese unkeusche und vergewaltigende Männer-Bande, ist gemeint.

Die Sache mit dem Glauben ist ja schnell geklärt: Wem es hilft, der soll es nutzen. Die Grundbotschaft ist ja auch fein: Liebe. Liebe zu einem selbst, zu anderen, sogar zu denen, die einen offensichtlich nicht lieben. Gegen diese Aussage kann ja gar keiner sein. Das wissen die Katholiken auch. Darum erweitern Sie diesen Grundsatz und hauen noch eine weitere Ansage hinterher: „Liebet und vermehret Euch“. Wie schamlos. Diese Verknüpfung. Dieser Author ist entsetzt. Gerade unter dem Eindruck der Frau Nachbarin und im Eingedenk der These, daß sich wohl nur die genügsamen Geister unserer Gesellschaft diesen Satz hinter das Gemächt schreiben. Das, und die wirklich blöde Sache mit Aids und Armut, ist den Katholiken jetzt auch aufgefallen, was nun zum Anlass genommen wird um auf das Kondom, als katholisch geprüfte Alternative zur HIVY-Dauerschwangerschaft, zu verweisen. Glückwunsch, Ihr Glaubensritter.

Anderes Thema: „Hochfest der Geburt des Herrn„. So nennen die Katholiken ja Weihnachten. Dieser Autor nennt Weihnachten auch „Signifikante Steigerung des Wahnsinns im Jahresdurschnitt!“. Zu dieser Bezeichnung konnte zwar noch niemand überzeugt werden, aber dieser Autor wäre nicht dieser Autor, wenn er sich davon beeindrucken ließe. Zurück zu SSWJ. Ausser der Hektik. Den verzweifelten, beinahe Glaubenskriegartigen, Ausbrüchen einiger, daß man verdammt nochmal Besinnlich zu sein hat, ist anzumerken das nun bald Weihnachten ist. Dies kann, diesen Autoren insbesondere, auch schon mal überraschen. Das wissen die Katholiken auch, und haben darum die Adventszeit eingefüht. Streng genommen also ein besinnlicher Countdown zur dreitätigen besinnlichkeits Orgie ende Dezember. Wer also, trotz 3-Stufiger-Vorwahrnung, am 24.12. mit der ganzen Weihnachtskiste immer noch nichts anfangen kann, dem ist nicht mehr zu helfen und sollte vom Anti-Christen heimgesucht werden. Dieser Autor wartet derweil am Glühweinstand – „bitte eine Tasse Rum mit Glühwein“ – bis sich die Gemeinde wieder beruhigt hat.

Freut sich jetzt schon auf Ostern: Dieser Autor