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Verflucht seist Du, Konsumindustrie!

Alle Jahre wieder: Die Batterien meiner Funkoptikmaus (oder: optischen Funkmaus?) hat wieder den Geist aufgegeben. Das macht Sie niemals plötzlich, sondern kündigt dies 24 – 38 Stunden vorher, mit dem zarten Leuchten einer kleinen Diode, an. Heute Nachmittag war es dann soweit: Das totale Funktionsaus. Ein Supergau. Ich lerne es halt nicht.

Mit leicht genervter Attitüde und dem dringenden Wunsch Batterien, ne – keine Akkus, zu kaufen stiefelte ich also zum ca. 250 Meter entfernten Supermarkt. Das Ziel: Batterien, Anzahl variabel, aber mindestens zwei, sonst nichts! Mit folgenden Dingen verließ ich den Supermarkt:

  • 15 Bratwürste (Sensationelles Angebot, esse ich außerdem total gerne und ich wollte sowieso mal wieder grillen.)
  • 1 Glas Noname-Senf (Das tolle ist ja, das man das Glas später weiterverwenden kann. Irre.).
  • 1 Tube Ketchup.
  • 4 Produkte der Firma Coca-Cola (Darunter das sensationelle Cherry-Coke, was ich früher immer so mochte.)
  • 2 250g Industriekartoffelsalat von Nadler für den Grillabend.
  • 2 Packungen Zigaretten. (Gauloises Blondes, Rouge).
  • 1 Tafel Kinderschokolade
  • 1 500g Pott Obstsalat, fertig geschnitten, ungesüßt.
  • 4 Sandwiches. (Haltbar eingepackt und bereits belegt).
  • 2 Packungen Fertigsalat (Lag direkt neben den Sandwiches).
  • 1 Jim Beam (Black Label, für ein gepflegtes Glas beim Grillen, schließlich habe ich mir letztens ein Original Jim Beam Glas-Set zugelegt und mir extra Eiswürfeltüten gekauft!).
  • 1 Elektro-Grill (Ebenfalls im Angebot).

Und, hat jemand den Fehler bemerkt? Die verfluchten Batterien habe ich schlichtweg vergessen. Ich verführbarer und schrecklich zerstreuter Geist. Was man nicht im Kopf hat, das hat man in den Beinen…nur mal so. Am Rande erwähnt.

Selber schuld?

Dieser Autor ist vieles selber schuld. Am eigenen und viel zu niedrigen Karma-Wert, zum Beispiel. Weiß der Teufel, wieviel Karma diesem Schreiberling täglich abgezogen wird, weil er ständig denkt: „besser die, als ich!“. Wahrscheinlich wirds der Teufel exakt wissen. Es gibt soviele andere Punkte, mehr aus Dummheit als aus Bosheit geboren, aber ist es denn wirklich seine Schuld, wenn er

…auf einer Pudding – Packung „Drück mich, dann kack ich“ liest und still-fragend, mit einem Hauch des Entsetzens, vor dem Kühlregal im Supermarkt seiner Wahl verharrt?

…seinen Lesefehler bemerkt, behämmert vor sich hin grinst, und dann beschließt damit seinen Blog zu füllen?

…sich einfach nicht merken kann, was das Schlimme an Kohlenhydraten ist, und wenn Sie so fies sind, warum man dann Nahrung daraus macht?

…10% Trinkgeld gibt und findet das „Kein Problem!“ keine angebrachte Entgegnung seitens der Kellnerschaft ist?

…oft links sagt, aber rechts meint?

…einfach niemals und niemanden nach dem Weg fragen kann?

…findet das „Kinder sind Gäste, die nach dem Weg fragen“ nach tuntigem 80er-Jahre-Hobby-Möchtegernepädagogen-Geschwafel klingt?

…wirklich niemals „Worcestershiresauce“ wird aussprechen können, und daher nie wissen wird, wie diese blöde englische Soße schmeckt?

Mag sein. Irgendwer wirds sich notieren. Bis dahin empfiehlt sich dieser Autor.

Hölle: Supermarkt!

Es gibt vieles, was den gemeinen Menschen nerven kann. Der Grad des Leidens variiert dabei. Die Vor-Vorweihnachtszeit* ist allerdings die Zeit, in welcher dieser Autor alle seine Kräfte braucht um nicht „Der Krieg der Welten“ als One-Man-Performance-Show im Supermarkt seiner Wahl Ur-Aufzuführen. Es ist dabei, also bei der Vermeidung dessen, nicht zuträglich, wenn….

  1. …. sich Kleinkinder, offenbar in suizidaler Absicht, zwischen dem Autoren und der Süßwarenabteilung stellen und sich dann ausgiebig schreiend auf den Boden wälzen.
  2. …. trübe Tassen Ihre Kinder „Üffes“ rufen und „Yves“ meinen. Dabei sei angemerkt wie nervtötend der Name „Sven“ ist, wenn man ihn extra Lang ausspricht. (Sväääähäääään).
  3. …. man diesen Autoren, an der Kasse, erläutern will, daß es völlig normal und gut ist mit 38 Jahren eine 22 jährige Tochter haben zu wollen und dabei, als Hauptgrund, stolz anführt nun gemeinsam, sozusagen als Freundinnen, um die Häuser ziehen zu können. Too much information.
  4. …. Leute an der Kasse stehen, die die Hälfte vergessen haben, darüber ein Gespräch mit dem genervten Mitdreissiger führen, darauf stundenlang nach Kleingeld wühlen, dann festellen lieber mit Karte zahlen zu wollen, nur um dann den Kassenbon Punkt für Punkt mit der Kassiererin zu klären. Ach ja…“Sammeln Sie Punkte?“, „Aber selbstverständlich!“.
  5. …. Menschen die mit Ihren Ernährungstipps und ungebremsten Sendungsbewußtsein im Obst-und-Gemüse-Sektor jede Hemmung verlieren, und allen, auch diesen Autoren, mit Ihren Kenntnissen auf den Keks gehen. Das sie das beruflich tun ist, in den Augen des Autoren, nur eine billge Ausrede.
  6. …. man beim Eintritt in den Supermarkt gefragt wird ob man ein Abo der hiesigen Tageszeitung benötigt, zwei Meter später was ähnliches von einem Telefonanbieter erwarten kann und man vier Meter später fünfmal nein sagen muss, weil man das bescheuerte Brot heute nicht probieren will. Selbstverständlich ist die Prozedur beim Verlassen der Kaufmannshallen fast die selbe. Eben in umgekehrter Reihenfolge.

Gottseidank hat dieser Autor jetzt ein wenig Urlaub und kann Spekulatius-Keks-knabbernd relaxen. Wer kam eingentlich auf die Idee, das Supermärkte immer größer und größer und schließlich in Centren enden müssen, dessen einziger Zweck zu sein scheint, die Verrückten dieser Welt anzulocken, wie das Licht die Motten?

Schwämmlein drüber: Dieser Autor

* Edit: Die interessierte Leserin Juliane hat mir glaubwürdig verklickern können, das man von „der Vorweihnachtszeit“ frühestes ab dem 1. Advent sprechen kann.