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Wilde Mädchen behämmert in Afrika!

Was bekommt man, wenn man zickige Silikon Taugenichtse, die wirklich keiner mehr sehen will, in die afrikanische Pampa schickt, das Ganze mit einer Prise Menschenverachtung, nicht zu wenig Oberflächlichkeit und herzerfrischender Sinnlosigkeit abschmeckt und am Ende von einer – dem Altruismus verschriebenen – RTL-Redaktion, deren „Redakteure“ sich morgens offenbar pflichtbewußt mit den Hammer kämmen, gut durchschmoren lässt?

WILD GIRLS„Grenzdebil durch Afrika“. Zwölf Kuriositäten, à la Kader Loth und dergleichen, überfallen Afrika und geben das zum Besten wofür man sie eigentlich hätte vergessen wollen. Wer jemals dachte das Dschungelcamp sei die absolute Verhohnepiepelung des Zuschauers – jedenfalls derer die irrtümlicherweise meinen das Fernsehen könnte doch echt mal etwas kreatives anstellen -, der wird durch diese Veranstaltung des Wahnsinns eines Besseren belehrt.

Das alles könnte man ja RTL verzeihen und insgeheim darauf hoffen das das gesamte Produktionsteam – inklusive der Protagonisten – sich im Busch verläuft und elendig verdurstet oder wenigesten einige von garstigen Löwen gefressen werden, meinetwegen auch von Elefanten zurecht eingestampft, wäre da nicht das Gesamtbild mit halbnackten Afrikanern im Vorzeig-Urzeit-Dorf und dem ganzen Trallala drumherum. Wären da nicht diese ganzen fürchterlichen Frauen, die sich – nur Gott weiß warum – immer noch nicht zu schade dafür sind uns grundlos auf die Eier zu gehen. Von den Albträumen will ich gar nicht erst reden. Wäre da nicht dieser Moderator, der scheinbar mühe- und ansatzlos den Ober-Vollhonk zu geben weiß. Dabei sind hoffnungslos verdadderte Reminiszenzen an Indiana Jones erschreckenderweise wohl die leichteste Übung. Wäre, wäre, wäre, ja wäre da nicht…

Man wünscht sich so sehr eine Schlange. Eine richtig giftige. Mögen sie alle drauf latschen. Barfüßig. Eine nach der anderen. Schön der Reihe nach.

Das wär’s.

Wild Girls

Foto: RTL / Skowski/Gregorowius

Endzeit in der TV-Unterhaltung!

RTL und Pro-Sieben-Sat-1-Medien-Dingsda haben wohl gemeinsam beschlossen, dass kreatives Fernsehen eher was für weinerliche Feiglinge ist und legen nun deshalb völlig enthemmt ihre, von der Schwerkraft peinlich beeindruckten, Testikel mit der aufdringlichen Attitüde geronter Lüstlinge auf den Tisch. Dabei können wir eigentlich froh sein, dass uns die Programmveranwortlichen ihr runzliges Gemächt, als Geste der Dominanz, nicht höchstpersönlich ins Gesicht klatschen.

Beide Sender belassen es dann wohl aus Kostengründen dabei irgendwelche Promis, deren Namen niemand kennt, zu präsentieren. Wahlweise lässt man die dann vom 10ner hopsen („Pool Champions“) oder nötigt sie in einer „Gameshow“ („Clash! Boom! Bang!“) zur peinlichen Herumtoberei. Natürlich dürfen dabei schlüpfige und allerschlüpfigste Zoten nicht fehlen. Bei der Masse der zur Schau gestellten Celebrities hat man außerdem das starke Gefühl, deren überstylte Grimasse dringend aus dem verunstalteten Gesicht prügeln zu müssen. Sozusagen als verspätete aber fragwürdige Erziehungsmaßnahme.

Dabei verschwindet die Grenze vom talentfreien herumgehampel der profimässig hirnentleerten Protagonisten und der nicht minder befremdlichen Moderation, die bestenfalls nicht weniger blöd anmutet und in der Regel oft einen weiteren Grund zur Fremdscham bietet, als wolle man unbedingt Scheiße mit Scheiße veredeln.

Das das nicht gut geht und schon gar nichts mit guter Unterhaltung zu tun hat dürfte jedem klar sein. Darum geht es offenbar auch nicht. Es geht wohl darum irgendwie, mit billigsten Mitteln, möglichst viel Sendezeit zu füllen. Und so stelle ich mir die Endzeit vor. Der radioaktive Fernsehmüll-Fallout fördert allerschlimmste Mutationen und am Ende bleiben nur noch stöhnende Zombies mit Solikontitten über, die debil vor sich hinkichern und jeder noch so niedrigen Lebensform das Hirn neiden.

Aber: Schwamm drüber. Wenn die Augen bluten, dann mal lieber die Flimmerkiste ausschalten. Ein paar Fragen hätte ich noch: Wer ist überhaupt diese Gina Lisa und diese Micaela Schäfer? Und warum?

Clash! Boom! Bang! (Foto: ProSieben)

(Foto: RTL)

„Was für ein geiler kleiner Junge!“

Ich wollte es nicht. Wirklich nicht. Ich wollte dieses Wochenende keine einzige Zeile über „Wetten Dass…???“ schreiben. Mir schien, bereits zum Lanz-Debüt Anfang Oktober, alles gesagt. Alles Weitere wäre nur eine Wiederholung, dachte ich. Schlimmer kann es wohl nicht mehr werden, schrieb und dachte ich. Doch: Ich lag falsch. Total falsch. Absolut totalst.

Die Sendung

Die Sendung selbst war an Peinlichkeit und purer Überflüssigkeit kaum zu übertreffen. Die banalen Wetten, Lanz‘ überflüssig automatisierten Gesten, seine übertriebene Mimik und grundlose Fragen („Ist es wahr, dass Sie den Geruch von frisch gebratenem Fleisch lieben?“) trugen erfolgreich dazu bei, dass 3 Stunden Sendezeit derart schmerzvoll verstrichen, als sei man einer unangenehmen Behandlung eines fiesen Arztgehilfen ausgeliefert. Eine Knochenmarkpunktion ohne lokale Betäubung, beispielsweise.

Fremdscham als Showkonzept

Man musste sich schämen. Durchgehend. Zum einen über Lanz selbst, dann über seine Moderation, bis hin zu der Tatsache das die beiden anwesenden Weltstars Halle Berry und Tom Hanks, wohl zum Anlass ihres gemeinsamen Films vor Ort und hoffentlich gut bezahlt, sich gefühlt haben mussten, wie im Irrenhaus voller grenzdebiler deutscher Vollhonks, die ihre gut begründete Medikation offensichtlich und leichtfertig ablehnten.

Doch anscheinend ist in der heutigen Zeit die peinliche Scham, für die Leistung Dritter, nichts mehr, was zu vermeiden gehört, sondern vielmehr etwas, was zum Konzept gehört. Und wenn es das Konzept nicht vorschreibt, wird es vom Publikum nicht als schlimm und dringend vermeidbar gewertet. Es gehört wohl zum heutigen Fernseherlebnis dazu. Vorbei die Zeiten, als zum Beispiel Hans Rosenthal allzu debiles Herumgewinke seinen Gästen schlichtweg untersagte.

Trash TV

Schuld daran sind viele. Vor allem die Formate die uns Sendungen wie „Frauentausch“, „VILLA GERMANIA – FOREVER YOUNG“, „Deutschland sucht den Superstar“, „Das Dschungelcamp“, „Bauer sucht Frau“, „Das perfekte Dinner“ und „Das Supertalent“ bescheren. Nur um einige zu nennen. Konzepte wie „Scripted Reality“, die billigst zu produzieren sind und die dem werberelevanten Zielpublikum vorführt, wie man eigentlich über sie denkt, es aber etwas verzerrt, damit das doofe Publikum vor Abscheu und ohne es zu merken über sich selbst lacht. Nicht weil es lustig ist, nein – darum geht es wohl nicht mehr, sondern weil es peinlich ist.

Der Reflex sich beschämt abzuwenden und jemanden zu bemitleiden, weil er offenbar zu blöde ist seine eigene Handlung zu reflektieren und dann auch noch zu korrigieren, also schlicht aufhört sich weiterhin zum Affen zu machen, ist einem gehässigen „HA!HA!Selbst Schuld!“ gewichen. Dabei deutet der Zeigefinger ungeniert in Richtung des Hampelmanns.

„Der ist doch selbst Schuld!“, ist in diesem Zusammenhang die meistgesuchte Floskel. Und ja, man muss sich im TV nicht zum Affen machen. Und doch, wo bleibt des Verständnis für jemanden, der einmal in seinem Leben Aufmerksamkeit bekommen kann, ins Fernsehen kommt, mitspielen darf und offensichtlich nicht versteht, welch boshafte Absicht hinter all dem steht? Nicht versteht, welch geldgieriger und Menschen verachtender Schindluder mit ihm betrieben wird? Anstatt sich als Zuschauer zu Verweigern, und solche Formate zu missachten, schauen viele, viel zu viele, hin. Extra. Die anderen haben es ja verdient.

Abgestumpfte TV-Gesellschaft

Ganz so schlimm ist es bei Lanz und „Wetten Dass…?“ (noch) nicht. Man hält aber alle Elemente parat. Wie etwa „Cindy aus Marzahn“, die fleischgewordene Emanzipation der Unterschicht, oder „Axel Schröder“, der tumbe Klischeeproletarier aus dem Ruhrgebiet. Man wiederholt stupide Witzeleien, die schon bei der ersten Erwähnung unerträglich schmerzten. Man verflacht Fragen derart, dass eine Beantwortung kaum mehr Sinn macht („Tänzerin, Halle Berry?“).

Die Begeisterungsfähigkeit des Moderatoren ejakuliert sich in ein ständiges „Wow!“. Und verpufft. Ein ratloser Tom Hanks und eine erschrockene Halle Berry bleiben zurück, und wundern sich wohl darüber, warum die Deutschen so etwas toll finden. Am Ende bleibt der Eindruck, dass die Deutschen einfach kein „Spaß“ können.

Dennoch gibt es recht viele Stimmen, die den gestrigen Abend supi fanden. Die „Lanz eine Chance“ geben möchten. „Hat er doch ganz gut gemacht“, sagen viele. „Wetten Dass ist ja viel geiler geworden“, behaupten einige. „Endlich hat der Samstagabend wieder einen Sinn!“. Die TV-Elite hat es wohl geschafft und kann nun jeden noch so stinkenden Dunghaufen senden und sich sicher sein, dass die Zuschauer, befreit von jedwedem Anspruch, es auch noch gut finden. Irgendwie.

Guten Abend!

Auch lesenswert: Der Spiegel
Frau Oelmann fand es hingegen ganz dufte: N-TV Artikel

Humor ist, wenn man trotzdem lacht!

Könnte man meinen. Hat RTL die Finger im Spiel, könnte es auch „Humor ist, wenn keiner lacht“ heißen. Denn nur so, oder mit einer zweifelhaften Antidepressiva-Dosierung für die Programmplaner, ist es zu erklären, wie RTL auf die flapsige Idee kommt, dass derbe gestakste Dialoge, die den Humoreffekt von Hausstaub besitzen, von Protagonisten in die Mikrophone gelesen werden, die selbst in Ihren Hauptberuf „Stand-Up-Comedian“ allenfalls mäßig witzig sind, supi lustig sein soll.

Und nein, ich rede nicht von „Sieben-Tage-und-sieben-dämliche-Gesichtsunfälle-deren-Gags-wirken-wie-Schimmel-schmeckt“, nein, nein. Ich rede von der „RTL Comedy Woche“. Der Inhalt ist allerdings weitestgehend deckungsgleich. Eventuell sogar noch schlechter.

Lange Rede, gar kein Sinn: Hat man wertvolle Lebenssekunden, mit der Erfüllung der furchtbar guten Idee unbedingt diese Sendung sehen zu wollen, verschwendet, und schaltet – von Abscheu und panikhafter Verzweiflung getrieben – beispielsweise zum zweiten Kanal, sieht dann die beiden spontanen Spaßkanonen Gundula Gause und Klaus Kleber, während sie ein Feuerwerk an cleveren Sprüchen und witzigen Dialogen abbrennen, um Ihr Journal schlußendlich abzumoderien, dann könnte man sich Kringeln vor lachen. Der humorlosen Wachkomahölle gerade noch entronnen.

Da hat man es mal wieder: Wird einem das TV-Programm zu blöde, muss man nur den an RTL verschwendeten Programmplatz ansteuern. Davon beeindruckt wirkt alles andere plötzlich um längen besser.