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Hilfe, Polizei!

Eigentlich wollte ich gerade eben einen, lang vorbereiteten – mit Fotos bestückten -, Artikel schreiben, in eben jenen ich beabsichtigte auf einen klugscheißenden Orgasmus, anläßlich der Unfähigkeit mancher intuitiv lesbare Schilder, zur sinnvollen Unterstützung etwaiger Ortsfremder, zu erstellen, geifernd herumzureiten. Doch dann kamen mir zwei Dinge quer: Lange Sätze, die mich verwirren, und: Die Polizei. Genauer: Die ultra-funky hochmoderne Polizeigewerkschaft!

Warum „ultra-funky“? Na, weil sie ziemlich cool ist. Warum „hochmodern“? Also, bitte! Von vorne:

Kürzlich wurde dem Zoll, wie erwähnt, von garstigen Computerkids übel mitgespielt. Schlimm. Vor allem für die betroffenen Menschen, die Ihre Daten im Internet wiederfanden, schlimm für den Zoll, der irgendwie doof da stand, weil er offenbar ein zwiespältiges Verhältnis zur IT-Technologie, als Gesamtes, und zur IT-Security, im Speziellen, hat. Nicht so die Polizeigewerkschaft.

Diese poltert am vergangenen Montag mit einer Pressemitteilung, mutmaßlich direkt vom Stammtisch der hiesigen Lieblingseckkneipe, munter los. Man muss sich dabei das abendliche Zusammensein derer vorstellen, die diese Mitteilung verfassen mussten: Alkohol (Herrengedeck), Zigarettendunst, Bild-Zeitungen, dickbäuchige Oberlippenbartträger und eine allgemeine technologische Ausprägung irgendwo zwischen 1970 und 1990. Dannach kam nichts mehr. Zur Mitteilung:

„Sogenannte Trojaner“, so der clevere Zungenschlag, wären ja schließlich schon seit Ende 2010 auf den Rechnern der Beamten der Bundespolizei. Selbstverständlich sei man nicht selbst darauf gekommen, man würde demnach nur das berichten, was eben jene „Bild am Sonntag“, aus einem – nun wohl nicht mehr – vertraulichen Bericht des BSI, berichtete. „Der Angriff sei aber erst Anfang 2011 entdeckt worden“. Ätsch. Weiter: Man sei sich der alltäglichen Gefahr für die Polizei bewußt, denn „dass die Polizei angegriffen wird, passiert in der wirklichen Welt jeden Tag“. Gottseidank habe man deshalb auch reale und „angemessene Waffen“. „In der realen Welt wissen wir uns zu wehren, in der virtuellen Welt aber nicht!“, geht es jammernd weiter. Deshalb, so die gloreiche Idee – wahrscheinlich von Erika Surbier, ihres Zeichens Wirtin vom „Zum Goldenen Schuss“ – benötige man dringend diese – und nun kommt es knüppeldick:

„Cyber Cops“.

Die könnten, so die Vorstellung der Polizeitröten, „im Internet auf Streife“ gehen, und all die ganzen bösen Server und Seiten „zerstören“, oder zu mindestens „zeitweise blockieren“. Egal. Sie könnten aufräumen in der Welt der Bits und Bytes. Alles kurz und klein Dengeln. Im Namen des Gesetzes.

Neue, bisher unveröffentlichte, Ideen der Presseabteilung der Polizeigewerkschaft:

Jaja…die Polizei. Irgendwie muss man sie lieb haben.

Wohl nicht Dein Tag, BND?

Musstest Dir Tagsüber die Häme der gesamten Politik und der versammelten Journaille gefallen lassen. Sowas drückt immer ein wenig aufs werte Gemüt. Und das nur, weil Dir die doofen, mit Senf bekleckerten, Bauunterlagen für die neue Berliner Zentrale irgendwie abhanden gekommen sind. Da kann man schon einmal schlechte Laune kriegen. Besonders, wenn eine Marietta Slomka, ihrerseits immer für einen leisen Schmunzler ob ihrer verdaddelten Desorientation im Studio gut, vor Vergnügen fast platzt, und Dir bei dieser – wirklich exzellenten – Gelegenheit Deine eigenen Slogans, schräg grinsend, um die Ohren haut („Unser Erfolg als Nachrichtendienst hängt vom Schutz sensibler Informationen ab“). Tja, wahr wohl nichts. In Kürze weiß wohl jeder Hobbybombenbauer, wo genau es sich im neuen Berliner Hauptquartier am besten bombt. Aber tröste Dich. Eine gewaltige Portion Bräsigkeit ist deutschen Sicherheitsorganen wohl gemein. Der Zoll, zu Beispiel, lässt sich hier und da auch gerne mal hochsensible Daten von – wahrscheinlich – pickelgesichtigen neumasturbierenden Rotzgören klauen. Oder die Polizei, die vor lauter Tatendrang doch glatt mal die falsche Wohnung stürmt. Nicht ohne den Psychologen für eventuelle Fragen des Mieters gleich an Ort und Stelle zu lassen. Man weiß ja nie. Aber, Du BND, bitte gräme Dich nicht. Bau den Scheiß halt wieder um. Kostet doch fast nichts. Ein Sack Peanuts eben, welcher ja sowieso nur vom unwürdigen und nicht-verbeamteten Teil der Gesellschaft gespendet werden muss.

C’est la vie.

Der Weg ist das Ziel!

Manchmal sind die Fahrten ins Büro derart langweilig, das man einschlafen könnte. Unbequeme Sitze des örtlichen ÖPNV machen dies aber unmöglich. Heute allerdings warteten mindestens zwei weitere Überaschungen auf den müden Autoren dieser Zeilen:

Die Schneeball-Situation.
Während des groben, und durch langeweile getriebenen, Blätterns in des Autoren Lieblingswochenzeitung wurde dessen Aufmerksamkeit auf ein Pulk Jugendlicher gelenkt, die aufgeregt gestikulierend und, viel schlimmer, lautstark einen Streit mit einen Mitvierziger führten. Anscheinend schienen die Kids vor diesen Menschen zu fliehen und suchten, was ja logisch ist, in „meiner“ Strassenbahn Zuflucht. Die Hand des Mitvierzigers am Kragen eines dieser Kinder schien dies zu bestätigen. Schlagwörter wie „Polizei“, „Ich habe nichts getan“ und „Arschloch“ folgten. Natürlich fuhr die Bahn keinen Meter weiter. Wie es sich herausstellte, war der Mitvierziger – selbstverständlich in Begleitung seiner sichtlich entrüsteten Frau Mutter – seinerseits bestürzt darüber, daß eben jene kindlichen Halunken mindestens einen Schneeball durch sein Wohnzimmerfenster in seiner Wohnung, und damit in die Nähe der teuren Unterhaltungselektronik, platzierten. Nachdem der Fahrbedienstete mit seiner Leitstelle ein zum scheitern bestimmtes Gespräch führte, in welchem er oben geschilderten Sachverhalt zum Besten gab und bat man möge ihm sagen was nun zu tun sei, entschloss man sich, auf die anfangs angeforderte „Polizei“ zu warten. 20 Minuten später kam diese, und hatte – mitfühlenderweise – umgehend die grandiose Idee, das ganze Drama ausserhalb der Strassenbahn zu klären. 5 Minuten später fuhren dieser Autor und seine Leidensgenossen, darunter Erika – die wissen lassen wollte, daß früher sowas nicht möglich gewesen sei, nicht ohne ein Gefühl des Bedauerns weiter.

Rotzende Kids.
Aus oben erwähnter Straßenbahn austeigend, um die Ecke biegend und auf den Anschlußbus wartend, fiel dem Autoren wieder eine Gruppe Jugendlicher auf. Unweit von der Haltstelle entfernt. Diese diskutierten gerade mit der bereits anwesenden Polizei. Es ging wohl darum, das man sich ob der gefährlichen Fahrweise anderer beschwerte, und dies irgendwie zur Anzeige bringen wollte. Der Gesprächsführende Polizist war gerade im Flow, das die Kids nämlich lieber erst nach Hause gehen sollten und das alles mit Ihren Eltern besprechen sollten, bevor Sie, minderjährig wie sie sind, auf der Strasse einen unnötigen Aufstand proben. Just in diesen Moment rotzte Ihn der ferderführende, und gleichsam unverschämte, Gesprächsführer der dynamischen Jugendgruppe vor die Füße. „Bis Du behämmert?“, fragte der Polizist, „Was stimmt mit Dir nicht?“, legte er nach, offensichtlich ohne eine Antwort zu erwarten. Dannach folgte eine angebrachte und interessante Belehrung über „gute Manieren“. Der Ton war streng und bestimmt. Innerlich stimmte dieser Autor zu, und fragte sich, ob die heutigen Eltern überhaupt derartige Verhaltensweisen registrieren, und ob denen eine derartige Ansprache auch über die Lippen gekommen wäre, oder ob sowas heute allenfalls zu den Sekundärtugenden, denen man keine echte Beachtung mehr widmete, gehöre.

Ein letztens geführtes Gespräch mit Kollege Schmalfuß hatte ähnlichen Inhalt, mit ähnlicher ergebnisoffener Fragestellung. Eventuell, so unsere weißbiergetränkte Idee, fallen uns nur die behämmerten Kids auf, die wohlerzogenden bekommen wir, wohl aus guten Grund, nicht mit.

Der übrige Tag war erwartungsgemäß fad und hatte, bis auf die Erfahrung zum ersten mal eine Marone zu essen, nichts mehr zu bieten. Leider.