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Die Jugend von heute!

Die, zu welchen man sagt, sie würde übermorgen unsere Rente finanzieren: Die ganzen Hippen und andere flippige Trendsetter, die Sportskanonen, die strebsam in Saft stehenden, aber auch die nicht so hellen, oder schnellen, die Kiffer, die Nullnummern und Bildungsverweigerer, eben alle pickelgesichtigen Abfucker. Man kennt Sie alle, von Torben-Hendrik bis Kevin, von Dörte bis Tschakkeline. Dachte ich jedenfalls.

Heute, liebe potentielle Heimbewohner, ja heute, war vieles anders. Heute, auf den Bus wartend, stand ich an einer Haltestelle, friemelte ungeschickt und ohne jeden Grund an meiner Geldbörse herum. Worauf sich das Kleingeldfach trotzig öffnete und alle Münzen sich anschickten der Schwerkraft zu gehorchen, zeitlupenartig versuchte ich das drohende Unheil abzuwenden indem ich das besagte störrische Portmonee fest an mich drückte und meine Körperhaltung von lässig-stehend auf x-beinig-gekrümmt umstellte. Erfolglos. Ein paar Münzen verabschiedeten sich bereits. Plötzlich tönt es hinter mir:

„Soll ich Ihnen helfen?“, was wohl rhetorisch gemeint war, denn ich hörte schon vier Beinpaare in Aktion. „Nein, nein, es geht schon!“, worauf alle restlichen Münzen mit dem freien Fall antworteten und zu Boden gingen. „Kein Problem, machen wir doch gern‘!“, sagte der Fähnlein-Fieselschweif-Anwärterverschnitt und fingerte nach den Münzen, die im Umkreis von ein bis zwei Meter verteilt lachend dalagen. „Äh..ja ne’…ähm…wirklich nicht…ja…danke…ist doch nicht nötig…oh..“, und empfing aus vier kleinen Kinderhänden das aufgesammelte Geld. „Einen schönen Tag noch!“, hörte ich und sah sie im Bus verschwinden, während mein Verstand mich mit motivierenden Sprüchen zu beruhigen versuchte. „Nein, Du bist nicht alt und gebrechlich. Schon gar nicht tüddelig.“, „Nein, auch nicht Sauunfähig.“, „Hey….Du hast hier alles im Griff.“, „Wenn einer hilft, dann bist Du das!“, „Supertyp!“, „Vorsicht! Nicht sabbern!“.

Ich muss ja nicht erwähnen, dass ich sofort prüfte ob ich beklaut wurde. Aber alles war da. Mein Smartphone, das Kleingeld, der Rucksack…einfach alles. Wie findet man das?

Generation SMS.

Nachdem jede Generation ihre eigene Zeit hatte, und wir bei den „68ern“ anfingen, uns mit der „Generation Golf“ begnügten und dann irgendwann morgens neben einer aus der „Generation Praktikum“ aufwachten, sind wir nun endlich bei der „Generation SMS“ angekommen. Man könnte den Eindruck haben, als ginge es darum, irgendeinen unausgesprochenen Wettbewerb zu gewinnen. Den eigenen Ambitionen dankend abwinckend den Limbo-Tanz solange zu meistern, bis der Hinterkopf auf Grund stößt. Und überhaupt: Was ist denn eigentlich dieser Generationenvertrag, und von welcher Generation sprechen wir da eigentlich? Waren die nicht sogar die allerschlimmsten, weil Sie die Welt in Brand setzten, ganz ohne filmographische Gewalt- und Sexexzessionen? Die löschten summa summarum innerhalb von knapp 20 Jahren, ebenfalls knapp, 70 Millionen Menschenleben aus! Welche Ausrede hatten die eigentlich? Da muss sich so eine Terroristenclique heutzutage schon arg ins Zeug legen, wenn Sie hier was ausgleichen will. Bodycountmässig. Egal. Die heutige Rasselbande – jedenfalls – wird für Weltkriege zu dämlich sein. Die meisten jedenfalls. Wenn nicht, sterben Sie alle an Hirnkrebs. Nicht bevor sie sich fortpflanzen, verständlicherweise.

Jeden Tag, sofern kein gutes Argument dagegen spricht, komme ich auf den Weg zu Arbeit an einer Haltestelle vorbei, deren beschmierten Oberflächen, den einen oder anderen Schmunzler zulassen. Insbesondere trifft es einen Mike, der unglücklicherweise ein Opfer ist, und von einem Micha offenbar gefickt wurde. Was natürlicherweise Hohn und Spott auf sich zieht. Das andere Bildchen ist etwas geheimnisvoller. Zum einen, weil der Name der Protagonistin liebevoll gezeichnet wurde, zum anderen weil nicht ganz so klar ist, wohin die Beleidigung führen sollte. So ist „Mandy“ definitiv eine Hure, eine hinterlistige noch dazu, was man aber macht, wenn man sie „bekommt“, damit lässt der Autor einen alleine. Tragischerweise.

Schwamm drüber. Ich mag Sie, wenn Sie zusammen, aber verloren, in Ihre Handys starren, laut Musik durch quäkende Handyboxen hören und so herrlich Ahnungslos durch die Landschaft trapsen. Wer denn auch nicht?

Mike - Das Opfer

Mike - Das Opfer

Mandy - Die Hure

Mandy - Die Hure

Jung, jünger, am blödesten!

Dieser Autor gibt es gerne zu: Heutzutage haben es die Teenies nicht leicht. Besonders nicht diejenigen Hackfressen, die Ihre Rübe unbedingt ins TV-Programm bekommen müssen. Nicht nur, das man ständig das Gefühl hat, als hielte man neuerdings eine gute Schulbildung für absolut überflüssig, nein, man wird ungefragt mit Lebenswirklichkeiten konfrontiert, welche in anderen Zeiten für eine angebrachte Verwahrung gesorgt hätten. Es kommt tragischerweise immer öfter vor das dieser Autor junge und jüngste – künfitge Zwegat-Fälle [Video] – sehen muss, welche nicht nur schlechte Frisuren, sondern auch schlicht komplett einen an der Waffel haben und nicht mal einfachste Tätigkeiten fehlerfrei hinbiegen können.

Der pfiffige Leser wird sagen: „Guck‘ halt kein RTL“. Gerne. Man probierts. Aber kaum zappt der gestresste Mitdreissiger mal in „Popstars“ rein, schon sieht er eine heulende Gesichtsbaracke, welche nur deswegen in Tränen aufgelöst ist, weil von Ihr verlangt wird mal etwas verrücktes zu tun und eine Schlabberhose, kombiniert mit Schlabber-T-Shirt, zu tragen. Ein Drama. Eine andere Perle-der-Hölle flennt, weil andere Kritik an Ihr üben, und die dritte ist derart Verhaltensauffällig, das bereits die wesenslosen Kamaradinnen zu tuscheln beginnen.

Egal, umschalten. Prima. Eddie Murphy redet mit Tieren und auf Phoenix kann man virtuell ins überflüssige Kanada – natürlich im Winter – reisen. Was den Zorn auf Justin Bieber nur noch steigert.

Ne, man hat es heutzutage nicht leicht.