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Du, verehrter Guido Westerwelle,

bist ja einer schlechten Rede niemals abgeneigt. So vergleichst Du Dich in der „Bild am Sonntag“ mit einem Matrosen, der das „Deck“ auch nicht „bei Sturm“ verlässt. Hoffen wir, daß Du das Schiff auch nicht umlenkst, wenn Du den titanischen Eisberg siehst. Und beten wir, das Du auch nicht ahnst wo der Rettungsring versteckt ist, wenn Du rat- und sinnlos im liberal sinnbefreiten Meer unterzugehen drohst. Vorher aber, gönnst Du der ganzen deutschen Republik noch „eine starke FDP“, verlierst Dich dann aber folgerichtig in selbstherrlichem Wisch-Wasch, irgendwo zwischen „Kritik, die ich verstehe“ und „Solidarität“, über die Du dich natürlich wie Bolle freust. Besonders in diesen Tagen, wo schon das eigene „Team“ den deckschrubbenden Matrosen kielholen möchte. Schön ist auch, daß du „als Außenminister“ jetzt endlich in der ganzen Welt „dynamische Regionen“ ausmachst, und beharrlich verlangst das „junge Deutsche einsteigen“ und „nicht aussteigen“. Schließlich tun das ja auch „Brasilianer, Inder und Chinesen“. Und die sind, behauptest Du keck, „nicht dümmer oder fauler als junge Deutsche“. Du spitzfindiger Allesmerker.

Ein Blick auf Deine Internetseite, deren Startseite du angelsächsisch „Home“ nennst, verrät, daß Du selbst im Internet mit Inhalten nicht gerade großzügig umgehst. Auch ein Interessierter Leser erfährt dort nichts sinntragendes: ein bisschen Larifari hier und wenig liberale Selbstinszenierung, welche Dir keiner übel nimmt, dort und schon ist man durch. Ein paar Videos kann man sich dort – zur Strafe – auch noch angucken. Quasi als Selbstkasteiung für Guido-Fans, oder jene die es noch werden wollen.

Dieser Blogautor wünscht Dir, und Deinen Lieben, ein schönes Weihnachtsfest, und eine, Deiner Qualifikation entsprechende, angemessenere Berufswahl für 2011. Letzteres versteht sich mehr als naive Hoffnung. Fragt sich auch, ob Du nur deshalb desorientiert auf den Deck stehst, weil Du nicht mehr weißt wo die Brücke ist: Dieser Autor.

Ja klar, Fräulein Katzenberger!

Du gibts Dir tatsächlich große Mühe mit unsagbar wenig Grund immer mal wieder in den Medien aufzutauchen, um dadurch die Nerven des ahnungslosen Konsumenten aufs äußerste zu testen. Dieses Mal hast Du Dir die Bild am Sonntag ausgesucht. Glückwunsch. Die haben Dich nämlich immer verdient. Diese Bande. Neben dem Rezitieren von lausigen Albert-Einstein-Phrasen, und des kecken nachfragens, wer denn Kurt Tucholsky eigentlich sei, weißt Du gekonnt légère darauf hin, daß Dich die fiesen imaginären Leute nur als dämlich identifizieren, weil Du Blond zu sein glaubst und Dich schminkst, es jedenfalls versuchst. Genau! Bravo! Mal ehrlich – Katze – ganz unter uns: Das Interview hat erst richtig Drive bekommen, als es um die echten Brüste der Interviewerin, und um Dein verpfuschtes Perma-Make-Up ging. Alles andere hättest Du auch den Schließer Deines Vertrauens erzählen können.

Formuliert schonmal die Einweisung: Dein Autor