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Und jetzt Sie schon wieder, Dirk Niebel.

Kaum ist Ihr Teppich-Skandal verjährt, da zeigen Sie uns, was Sie noch alles auf den Kasten haben. So schrieben Sie – oder einer Ihrer FDP-Schergen, die vor knapp vier Jahren das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung quasi komplett umbesetzt haben – jüngst einen Brief an die Organisation „Fian“, dass jetzt langsam auch mal gut sei mit diesen unsäglichen Menschenrechtsallüren und fiesesten moralischen Drangsalierungen altruistisch agierender Plantagenbetreiber in Uganda.

Schließlich gelte es jetzt Unternehmerinteressen zu schützen. Wäre ja noch schöner, wenn es immer nur um würdige Arbeits- und Lebensbedingungen gehe. Schon gar nicht auf den Kaffeeplantagen. Demnächst kommt jemand und will unbegründet brontal kommunistische Urlaubsansprüche auf den Baumwollfeldern in China durchsetzen? Oder die feinst bezahlten Angestellten der Textilindustrie in Bangladesch kommen auf ähnliche krude Ideen? Was dann? Wer schützt dann die deutschen Interessen?

Wer wenn nicht Sie?

Dirk Niebel

Dirk Niebel freut sich. Immer.

Ihr da, von der FDP,

seid ja ohne meine schnöseligen Kommentare schon genug gestraft. Aber ich wäre nicht ich, wenn mir dieser Umstand nicht, salopp gesagt, scheiß egal wäre. Denn ebenso kloakenmässig egal ist Euch anscheinend auch das, was so ein Landei wie ich, als Arbeit zu definieren wagt. Zwar findet Ihr das sich „Arbeit lohnen“ soll, doch was „Arbeit“ wirklich für Euch ist, wird erst richtig klar, wenn man sieht, welchen und wievielen Plagiatoren Eurer Partei der honorige Doktortitel aberkannt wurde:

Da hätten wir Silvana, die sich dafür nicht schämte, und als Kurzschlußreaktion gleich dem Forschungsausschuß des Europaparlaments beitreten wollte, den Herrn Chatzimarkakis, der ebenfalls putzig überrascht war und daraufhin eben diesen Forschungsausschuß verlassen musste, und nun wurde Bijan Djir-Sarai, der mit dem drögen Forschungsausschuß richtigerweise nie was am Hut hatte und viel lieber in irgendwelchen „auswärtigen Ausschüssen“ des Bundestages sein Unwesen treibt, beim schuftigen Abschreiben erwischt.

Ihr könnt mir glauben, meine gelben Freunde, ich bin granatenmässig gespannt, wie sehr sich Eure Arbeit gelohnt hat, wenn wir uns nach der Landtagswahl im Mai wiedersehen.

Von Motten.

Für Motten ist es dieser Tage Abende wirklich ein wenig zu kalt. In wärmeren Tagen suchen sie das Licht, den eigenen Untergang in Kauf nehmend und allen Widrigkeiten trotzend, als hinge ihr Leben davon ab. Die Sinnlosigkeit ihres Unterfangens ignorieren sie, Kraft ihrer Natur, beharrlich. So wie Insekten nun mal sind, besonders die Beflügelten unter ihnen.

Politiker sind unter Menschen das, was Motten eben für Insekten sind. Sie würden die Öffentlichkeit, das Licht, selbst dann noch aufsuchen, wenn eben diese – ebenfalls äußerst beharrlich – für den eigenen Untergang sorgt. Ähnlich einer UV-Lichtfalle mit den ähnlich heimelig-kinsternden Sound-Effekten inmitten des heiligen Vernichtungsaktes. Christian „Bin-Mir-Für-Nichts-Zu-Schade“ Wulff hat dieses insektoide Verhalten über seine gesamte politische Karriere auf das vortrefflichste ausgefüllt. Am Freitag kam er der Lichtfalle zu nahe. Randnotiz hierbei: Das Weibchen, Frau Wulff, ist noch recht frisch und könnte noch anderen Motten für eventuelle Reproduktionen zur Verfügung stehen. Ein ausgebuffter Schachzug der Natur. Herr Wulff selbst ist aber geröstete Geschichte.

Heute durfte sich deshalb Alexander Kähler vor dem Kanzleramt in Berlin seinen Allerwertesten abfrieren. Überdies musste er sich allerlei sinnbefreite Fragen von Michael Kolz und seinem vertüddelten Insektologen gefallen lassen. Machte aber anstandslos mit und gab seinerseits auswendig gelernte Korrespondenten-Floskeln zum Besten. Ob aus Trotz oder aus Berufung, man wird es niemals erfahren.

Da Phoenix seine Korrespondenten herrlichst beleuchtet, dauerte es selbstredend nicht lange, bis die hiesige Politiker-Motten-Meute bei ihm in „Reih und Glied“ anstand, um wenigstens einmal, anlässlich der Gauckschen Kandidatur für das nun entmottete Bundespräsendialamt, kostenlos in die Kamera schielen zu dürfen. Sogar Phillip „Schnarchnase“ Rösler durfte, wenngleich harsch herbei gewuncken („Nun kommen Sie!“), zum Schluß auch noch seinen exklusiven Senf in den Äther blasen. Er war dabei glücklich. Irgendwie.

So sind sie, diese Motten.