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Und Sie, Alfons Schuhbeck,

gehen mir als berühmter Fernsehkoch grundlos mit Hintergrundwissen zu Omega-3-Säuren, allerlei Vitaminen und Details zu Kräutern, die zu Recht mit Hildegard von Bingen in Vergessenheit gerieten, auf die angespannten Nerven. Aber man hält es aus. Hier und da steigern Sie das Ungemach, weil Sie sich – vielleicht mit aller Richtigkeit – darüber echauffieren, daß die Menschen heutzutage gar nicht mehr wissen, wie frische Küche schmeckt, da die halbe Welt nur noch in Häusern der Fast-Food-Industrie herumlungert. Kein Wunder das alle fett werden, beurkunden Sie, und streicheln sich, der kluggeschissenden Lebensberatung zum Trotz, zufrieden den Wanst. Bis hier hin ist alles gut. Beziehungsweise: Erwartungsgemäß Banane für jemanden der im Mediengeschäft tätig ist.

Merkwürdig fand ich dann allerdings, dass Sie, abgesehen von Ihrer berufsmäßigen Tüchtigkeit, erst ein Fischfond (inklusive Rindfleischextrakt) von Escoffier Ihren Namen liehen, dann einer gewöhnlichen industriellen Tütensuppe des gleichen Herstellers durch Ihre Gestalt den Reiz einer Sternekochsuppe verliehen, und dann das fiese und überteuerte Essen der Deutschen Bahn gegen schmierige Penunsen adelten. Und jetzt, zum Gipfel jeder geldgetriebenen Opportunität, bewerben Sie mit diesen sympathischen dicken Würstchenmafioso aus München auch noch McDonalds Produkte, zu deren Genuß Sie vorher bestenfalls missmutig eingestimmt waren.

Das, lieber Alfons, lässt zwei Schlüsse zu. Zum einen können die McDonalds-Produkte in den Augen eines Sternekochs, der sich überdies ebenfalls der gesunden Ernährung verschrieb, standhalten und sind plötzlich ein Quell der kulinarischen Freude. Oder zweitens, es ist der schnöde Mammon, der Sie am allermeisten reizt, wenn nicht sogar irgendwie anmacht. Scheiß auf das Berufsethos, ganz egal was man jahrelang vor laufenden Kameras vor sich hin brabbelte, solange die Kohle stimmt, passt alles. Ist es das?

Nur eine Vermutung, Alfons. Nur eine Vermutung.

Extrem enge Jeans für Männer.

Liebe Leserinnen und Leser. Zuweilen lassen Sie ja einen unaufgeforderten Blick in Ihr Oberstübchen zu. Diesen dunklen und muffigen Ort, den Sie eigentlich niemanden zeigen sollten. Die amtliche Brutstelle für die offenbar fiesesten und ekelhaftesten Gedanken, die sich ungünstigerweise wie ein Darmbakterium weiterverbreiten und letztendlich auch hier landen und sich damit auch final in meinen Hirnströmen manifestieren.

Sie suchen tatsächlich nach „extrem enge Jeans für Männer“ und haben dann unter allen von Google ermittelten Resultaten mein Weblog angeklickt? Reißen Sie sich doch einfach mal zusammen. Du liebe Güte.

Wobei mir etwas schwummrig wird, daß ausgerechnet dieses Weblog angezeigt wird. Schwamm drüber.

Im Essener Lokalradio, by the way, scheint es am heutigen morgen um kein anderes Thema, als der Zustand der örtlichen Schultoiletten zu gehen. Was sagt das über die hiesige Nachrichtenlage aus?

Gottseidank funken ab und zu diese Sprossen dazwischen…

Sänk you for your trävelling!

Die Deutsche Bahn ist ja ein viel kritisiertes, unbewegliches und – eventuell folgerichtig – ein halbstaatliches Unternehmen. Ab und an hat dieser Autor das Vergnügen mit der Bahn per ICE vom schönen Ruhrgebiet aus, via Berlin, nach Potsdam zu gurken überlichtschnell zu Fahren. Bei einer mehrstündigen Fahrt, natürlich im Bistro bei Kaffee und Kuchen, schießen einen unter anderem die blödesten Ideen, die fiesesten Fragen und die peinlichsten Flashbacks in den vermaledeiten Strohkopf. Es viel u.a. auf…

  • … daß die Deutschen offenbar Fans von gammeligen Bretterbuden sind. Überall stehen diese Dinger herum. Von Dortmund, über Bielefeld, Hannover, bis Berlin. Zwischen Hannover und Berlin fährt man, u.a., auch an Stationen vorbei die man ebenfalls, gut und gerne, zu der Kategorie „Bretterbude“ zählen könnte. Nur mal nebenbei erwähnt.
  • … daß die Deutsche Bahn nicht in der Lage ist Kaffee zu brühen und stattdessen Instant-„Kaffee“ anbietet. Selbstverständlich zu einem unverschämten Preis. Da lässt man sich nicht lumpen. Wo kämen wir da auch hin?
  • … daß manche 1. Klasse Passagiere sich auch erstklassig, als Mensch wie auch vom Gemüt, fühlen und daraus kein Geheimnis machen.
  • … daß man auf die Frage „Suchen Sie Streit?“ nicht zwingendermaßen eine klare und sinnvolle Antwort erwarten darf.
  • … daß Bielefeld durchaus und mit voller Inbrunst, als „Arsch-der-Welt“ bezeichnet werden darf. Was man auch von Mitfahrern ungefragt bestätigt bekommt.
  • … daß für Hamm ebenfalls und völlig zurecht das Prädikat „Tote Hose“ gilt.
  • … daß man sofort merkt, ob die gerade mitfahrende Bahn-Crew aus Köln kommt.
  • … daß es Zugführer, oder sagen wir Schaffner, gibt die auf die Frage „Jemand zugestiegen?“ tatsächlich eine Antwort erwarten.
  • … daß es extrem schusselige Menschen gibt, die nicht wissen wie die Toiletten-Türen zu öffnen sind. Noch extremer sind allerdings jene obskuren Herrschaften, welche am Schließmechanismus verzweifeln. Manchmal hilft da auch kein erstklassiges Gehabe.
  • … daß „Danke“, „Bitte“, „Einen schönen Tag noch“ und „Ebenfalls“ offenbar keine Floskeln mehr sind, die einwandfrei retourniert werden können.

Zu Guter letzt: Niemand, wirklich niemand, auch nicht die hoffnungsloseste Arschgeige, weder auf der Hin-, noch auf der Rückfahrt, hat den Satz „Sänk you for your trävelling“ im deutschesten Englisch der Welt von sich gegeben. Was dieser Autor mehr als schade findet.