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Bild, Du schon wieder!

Nicht nur, dass du jedem, der nicht schnell genug den eigenen Briefkasten vernagelt, eine kostenlose Sonntags-Jubiliäum-Klopapier-Ersatz-Ausgabe schenkst. Nein, Du gehst den Menschen auch in jeder möglichen elektronischen Form auf die – sowieso schon – strapazierten Nerven. Niemand kann Dir, und Deinem gehässigen, immer schreiend pietätlosen, Nasszellencharme, entkommen. Schlimm genug.

Jetzt stirbt Dirk Bach. Auch schlimm genug. Allerschlimmst sogar, weil unerwartet. Was fällt Dir Minuten nach der Verlautbarung, wahrscheinlich noch auf der warmen Leiche hockend, dazu ein?

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Ganz genau, Ursula Karven!

Behaupten doch glatt, wenn auch durch pandimensionale Selbstgespräche („Da waren diese zwei Ursulas, die miteinander diskutiert haben […]'“) und aufdringliche YOGA-Exzesse letztendlich völlig verwirrt, daß Sie Ihren neuerlichen, künstlerisch selbstverständlich hochgradig wertvollen, Playboy-Auftritt einzig und allein für Sich selber hingelegt haben. Hingelegt haben Sie sich tatsächlich. Vielleicht auch für sich selbst, vor allem aber für die 276.255 deutschen Leser des Hochglanzmagazins, die Ihnen wohl – je nach persönlicher Neigung – dankbar gesonnen sind. Ich bin es jedenfalls. Auch wenn ich Sie Nackidei, aus Gründen der eigenen Prüderie, nicht sehen werde, finde ich es trotz alledem super saftig, daß die heutigen Großmütteraspirantinnen noch rasch vor dem finalen Verwelken blank ziehen und somit einen dringenden Lebenslistenpunkt („Sinnlos nackig machen. Check!“) für sich abhaken können. Das macht Sie mental geschmeidiger. Später dann. Im Altersheim.

Beinahe, Bild.de!

Das Ihr Eure journalistische Dauerdurchfallerkrankung offenherzigst und ungestraft auslebt, sind wir ja alle schon leidvoll gewohnt. Das Ihr lügt, die Wahrheit ständig unbekümmert verzerrt, Ihr im besten Fall puren Unsinn brabbelt, das Ihr als Journalisten-Assistenen-Gehilfen die Meinungen Eurer Leser ernsthaft bilden wollt, anstatt objektiv, gerne kritisch, aber stets peinlich parteilos, zu berichten, ist zwar ziemlich unredlich und einfach nur blöd, Euch aber letztendlich nicht zu verbieten. Ihr seit wie ein Schnupfen im Winter: unschön, total unangenehm, aber nicht zu vermeiden. Man muss Euch einfach aushalten.

Neulich aber, Ihr schüchternen brontal Philanthropen, dachte ich, das Euch der ultimative und verdiente Garaus widerfährt: „Polizei reißt braunes Terror-Nest ab“, schreibt Ihr aufgeregt. Erst auf den zweiten Blick entnahm ich den eigentlichen Sinn. Zu schade. Wie ich finde.

Dann stelle ich den Sekt noch einmal zurück.

Schalom Jürgen Fliege*,

wenn Jesus ein ähnliches Auftreten, wie Du alte gebügelte Gebetspappnase, an den Tag gelegt hätte, hätten die Römer damals mit Recht zur Kreuzigung gebeten. Nicht nur das Du mit Deinem „habt Euch lieb“- und „komm‘ zur Ruhe“-Genöle, im grenzdebilen Timbre eines weltfremden Berufsschleimers, den Menschen unglaublich auf den Sack zu gehen verstehst, deshalb auch mit Absicht Deine Heiligenfratze nicht mehr im Hauptprogramm der ARD präsentiert wird, nein, Du hast Deine innere Mitte nun gefunden und sie prompt als Sitz einer neuen und denkbar unkomplizierten Gelddruckmaschine verortet. Der Trick: Du verfüllst 95 ml schnödes Trinkwasser, rufst Simsalabim und dreimal schwarzer Kater, oder rufst einfach das was Christen auch immer bei solchen Gelegenheiten verlauten lassen, anschließend haust du das Fläschchen für läppische €39,95 raus. Respekt, Du Teufelskerl Bild eines Engels.

Nebenbei bietest Du noch Reisen feil, Zeitschriften wie Bücher und unterhälst hier und Da noch eine TV-Sendung im Internet. Produktempfehlungen von der schlimmsten Sorte sind Dir ebenfalls nicht Fremd und wahrscheinlich freudigst willkommen, da Deine ganze Internetseite damit vollgepflastert ist. Zum Schluss faselst Du einem Bild-„Redakteur“ einen aufregend unpassenden, aber bestimmt gut gemeinten, Vergleich zwischen Scientologen und Juden in die ungläubigen Ohren, nur um dann mit einem selbstverständlich egozentrierten und natürlicherweise belanglosen Spruch das inhaltsleere Geschwafel Interview zu beenden.

Jürgen, Jürgen, Jürgen. Du langweiliger Diplom-Quacksalber: Sollen wir wirklich drei Nägel und zwei Holzbalken suchen?

*(Ursprünglich war hier die Buchbesprechung für „A wie Apokalypse“ angedacht. Aber der mürbe Jürgi kam mir einfach dazwischen. Morgen/Übermorgen kommt der angekündigte Artikel, inklusive der unfassbaren Möglichkeit ein Hörbuch-Exemplar zu gewinnen. Ist das was?)