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Fundsache!

Normalerweise finde ich nichts. Und ja, ich verlöre alles Erdenkliche, hätte ich keine geeignete Gegenstrategie. Mein todsicheres Abwehrsystem zur Vermeidung unangenehmer Verlustsituationen ist das körpernahe Verstauen der unverzichtbarsten Dinge. Daraus ergibt sich das beinahe selbstverständliche Abklopfritual, wenn ich einen Raum dauerhaft verlasse. Sieht zwar mörder-dämlich aus, ist aber – wie bereits erwähnt – todsicher.

Umso unverzeihlicher ist meine Reaktion, wenn andere was verlieren. Dabei reagiere ich willkürlich mit Hohn, Spott, und – mit mehr oder weniger – rücksichtsloser Klugscheißerei. Doch was macht man, wenn jemand etwas liegen lassen hat, was man unmöglich einfach nur so verlieren kann, und dieser jemand – zum allergrößten Verdruss meinerseits – nicht mehr Anwesend ist? Zu gerne ich hätte ich nämlich mein Abklopfritual vorgeführt…

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Liebes Tagebuch,

Kontra: Eine rüstige, aber arg skeptische, Dame getroffen, die vor der herunterführenden Rolltreppe Anstalten machte, als stünde Sie kurz vorm ersten Base-Jump aus leibzerfetzender Höhe. Natürlich tat ich ungeduldig und entnervt: „Wenn Sie drängeln, geht es auch nicht schneller!“, raunte Sie hektisch umherblickend, „…aber dafür lustiger!“, bestätigte ich.

Pro: Heute – im Aufzug – einer unbekannten Azubine, nach geduldigem Ertragen ihrer schweren Lebenshindernisse, erfolgreich und glaubwürdig „Das Leben ist halt kein Ponyhof!“ zugeschnallst. Ihr Tag schon um 09:00 Uhr im Eimer. Mein Tag hat dafür fröhlich begonnen.

„Das Leben stinkt“…

…dachte sich dieser Autor, als er mehr oder weniger auffällig an einer älteren Dame, vor ihm auf der Rolltreppe, roch. Kurz nachher wurde ihm bewußt, wie ebenfalls peinlich weibliche Mitmenschen sein können, wenn Sie darauf beharren, unglaublich süß sein zu wollen. Gottseidank ist dieser Autor dafür nicht auf Sendung. Denn offenbar kann er einen beginnenden Flirt, mit den Worten „Ach, ‚tschuldigung, sie reden mit mir?“, wie durch Zauberhand beenden. Er erinnert, daß „seine Verwirrtheit“ bereits schlimmeres, in viel intimeren Situationen, unbedacht von sich gab. Immer nur förmlich-höflich. Und mit den allerbesten Absichten. Man kann aber auch alles falsch verstehen.

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Hut ab, Markus Lanz!

Du schaffst es, wahrscheinlich einen niederen Instinkt folgend, Dich im Abendprogramm der zweiten deutschen Fernsehsendeanstalt zu drängen, wie eine Made in ihrem Medium ihrer Wahl. Selbst Deine oberflächlichen Fragerei, Dein konsequentes Weghören – wenn mal Antworten kommen – noch die dumpfe Ableserei Deiner bebilderten Moderationskarten können offenbar andere Menschen davon abhalten bei Dir Gast sein zu wollen. Eventuell bezahlst Du sie ja auch. Wahrscheinlich erpresst Du sie. Ich würde es Dir zutrauen. Wenn wir uns alle erbrechend – zeitweise – vom ZDF abwenden, im Moment Deiner Präsenz im TV-Stream, bestrafst Du uns mit einer Kochsendung die, zwar Deiner schmalzigen Persönlichkeit entgegen kommt, uns aber den allerletzten Nerv tötet. Den Spass an guten Mahlzeiten versaut. Was haben wir Dir denn getan?

Findet Dich doof, und hofft auf die Abschaltung des ZDF: Dein Autor