Verschlusssache!

Ohne Frage: Der Biergarten ist im Sommer mein liebster Platz. Gemütlich, mit guten Freunden, halbguten Bekannten, eventuell sogar mit völlig fremden, aber netten, Menschen zusammenzukommen, kann eine tolle Sache sein, solange sie einem nicht zu nahe kommen.

Zum kreischen dankbar bin ich ebenfalls über meine herzallerliebste Blase, die mich, trotz steter Zufuhr verschiedenster Köstlichkeiten, mit allzu häufigen Entleerungsgesuchen verschont. Ab und an muss ich dann doch nachgeben.

Häufig ist der Abend dann schon fortgeschritten, und in mir leuchten Warnmeldungen auf, die mir freundlich deuten, dass ich gefälligst auf Zielübungen und andere artistische Einlagen am Pissoir verzichten soll. Die sitzende Position ist zudem einfach lässiger.

Lange Rede, wenig Sinn: Man verrichtet sein Geschäft, freut sich dieses ToDo abhaken zu können und will flötend aus einer gekachelten, zweieinhalb Quadratmeter kleinen Kabine, ohne Lüftungsschlitze und mit bunkerartigem Flair, heraus. Geht aber nicht. Die Tür lässt sich nicht aufschließen. Das Spiel ist aus.

Hat man in solchen Fällen sein Handy dabei? Nein. Hört der gute Freund flüchtige Bekannte, der im Nachbarbunker war und an der verschlossenen Tür vorbeigeht, sich zwar löblicherweise die Hände wäscht, aber sich anscheinend einen Scheiß um den Rest der Welt kümmert, meine Rufe? Hört er sie? Vielleicht mein Klopfen? Nein.

10 Minuten später, die fehlenden Lüftungsschlitze machen sich im gekachelten Betonkäfig langsam bemerkbar, kommt endlich ein Geschlechtsgenosse, der mein Geklopfe nicht überhört:

„Hallo?“
„Äh…ja?“
„Ähm…ich bin hier eingeschlossen. Könnten Sie jemanden vom Personal bescheid sagen?“
„Ja klar. Ist es Ihnen recht, wenn ich noch vorher auf Toilette gehe?“
„Naja…“
(90 Sekunden später) „Ich sag‘ dann kurz bescheid….“

Ich wurde nach weiteren 10 Minuten im Fliesenknast leicht nervös und nahm den zweiten Gast mit ähnlicher, nun mit angemessener Verzweiflung vorgetragene, Ansprache in die Pflicht. Der handelte prompt und kam mit jemanden vom Personal: Beide beschlossen nach kurzer Prüfung der Sachlage, dass die Tür defekt sei und umgehend eingetreten gehört. Selbstverständlich. Männer sind halt Macher.

Die Scharniere waren übrigens so angebracht, dass die Tür sich im Idealfall nur nach Innen öffnet.

Tage gibt’s….

3 Kommentare

  1. Diana

    *kreisch* Der Alptraum schlechthin! Na wenigstens gab das doch noch nen Handelnden und hey, das Freibier auf den Schreck war sicher auch nicht schlecht. *kicher*

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